Grüner Gockel

"Grüner Gockel" soll die Schöpfung bewahren

Evangelische Kirche Bad Mergentheim engagiert sich für Umweltschutz

Bad Mergentheim. Mit der Initiative „Grüner Gockel“ will die evangelische Kirchengemeinde Bad Mergentheim einen starken Akzent setzen für Umweltschutz und Bewahrung der Schöpfung. Jetzt präsentierte der Kirchengemeinderat das Vorhaben.

Jedem Besucher des Gottesdienstes in der Schlosskirche stachen sie sofort ins Auge – schließlich findet man nicht an jedem Sonntag zwei grüne Hähne in der Kirche, vorne im Chor und oben auf der Kanzel. Ulrike Lempp hatte diese Symbole kirchlichen Umweltschutzes künstlerisch gestaltet. Es gehe dabei, so war dann in einem Anspiel zu hören, nicht um „irgendetwas Politisches“ und schon gar nicht um die Nähe zu einer bestimmten Partei. Vielmehr gehe es darum, dass „die Schöpfung ganz arg wichtig ist“ und die wolle man mit einem klugen Umweltmanagement im kirchlichen Bereich nachhaltig unterstützen. Man wolle auch „nicht den Komfort, sondern die Ausgaben senken“. Mit konkreten Maßnahmen solle das geschehen und „dann bekommen wir von der Landeskirche den ‚Grünen Gockel‘ verliehen und sind eine umweltgerechte Kirchengemeinde“. Einige hundert davon gebe es schon in Württemberg und „es wird Zeit, dass wir auch dazu gehören“.

Bild: Keßler

 

Der Gockel (für Norddeutsche: Hahn) erinnere an Petrus, so betonte Pfarrerin Gabriele Arnold in ihrer Predigt. Man solle „nicht verleugnen, was uns heilig ist“. An Petrus könne man aber auch sehen, „dass Christus seine Christen kennt und weiß, dass wir immer mehr wollen als wir können“. So könne man sich an die Bewahrung der Schöpfung machen im Wissen, dass „wir allein das nicht können, sondern nur Gott“. In Bad Mergentheim wolle man jetzt ganz praktisch beginnen.

Ein Informationsstand beim Gemeindefest gab dazu die nötigen Informationen. Mit der Erfassung des Energieverbrauchs in den Gebäuden der Kirchengemeinde wolle man beginnen und darauf ein Energie- und Umweltmanagement aufbauen. Auf die Verleihung der Auszeichnung „Grünen Gockel“ hoffe man im nächsten Jahr und später vielleicht auch noch auf die staatliche Anerkennung „EMAS plus“ für ein gelungenes Nachhaltigkeitsmanagement. Der Kirchengemeinderat habe eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die das alles in die Wege leiten solle.

„Wir wollen zunächst Ideen sammeln, was man in unserer Gemeinde alles machen könnte“, informierte Vibeke Hansen, Kirchengemeinderätin und Mitglied der Grüne-Gockel-Arbeitsgruppe. Jeder, der daran mitarbeiten wolle, sei willkommen. Man brauche viele Köpfe und Hände, denn schließlich gehe es nicht um eine einmalige Aktion. Der „Grüne Gockel“ wird nämlich nach einer Überprüfung durch die Zuständigen der Landeskirche nur für einige Jahre verliehen und muss dann erneut erworben werden. Zudem hoffe man darauf, dass sich auch andere Gemeindemitglieder mit Maßnahmen in ihrem privaten Bereich vermehrt an der Bewahrung der Schöpfung beteiligten.

 

Den „Grünen Gockel“ für umweltgerechtes Handeln im kirchlichen Bereich will die evangelische Kirchengemeinde Bad Mergentheim erwerben. Beim Gemeindefest gab es dazu einen Informationsstand. Erstes Projekt ist eine Photovoltaikanlage am Gemeindezentrum.