Ausstellung vom 08. bis einschl. 22. Oktober in der Schlosskirche

Bemerkenswertes Konzert in der Schlosskirche - Musik aus der Luther-Zeit zum Reformationsjubiläum

In der Schlosskirche Bad Mergentheim gastierte das Ensemble "I Vastasi" mit einem bemerkenswerten Konzert. Als Kooperation des Hohenloher Kultursommers mit der Evangelischen Kirchengemeinde erklang unter dem Titel "Luthers Welt" geistliche und weltliche Musik aus dem 16. Jahrhundert.

Das 90-minütige Programm wurde durch keine Zwischenpause unterbrochen. Dennoch gelang es den Künstlern, das Publikum mit seiner abwechslungsreichen Darbietung unvermindert in den Bann zu ziehen.

Den Zugang zu der Alten Musik aus der Luther-Zeit erleichterten sowohl Pfarrerin Regina Korn durch einleitende Gedanken zur Musik in der Reformation als auch die Harfenistin der Gruppe "I Vastasi", Luise Enzian, die zwischen den Blöcken der Lieder erläuternde Hintergrundinformationen zu Luther und den anderen Komponisten einbrachte. Desgleichen stellte sie die historischen Instrumente vor, die bei dem Konzert zum Einsatz kamen: Laute, Rebec, Tripleharfe, Flöte, Psalterium usw.

Die musikalische Darbietung dieses Konzertprogramms mit 20 Stücken lässt sich sehr knapp zusammenfassen: brillant. Brillant waren nicht nur die einzelnen Instrumentalisten und Sänger/innen, sondern auch ihr mit präziser Abstimmung, Rhythmisierung und musikalischer Ausdruckskraft versehenes Zusammenspiel.

"Alte Musik" müsse nicht "ältlich" wirken, sondern könne sehr erfrischen interpretiert werden, meinte Luise Enzian, die Sprecherin des Ensembles. Diesen Anspruch konnten die Künstler wahrhaftig einlösen: abwechslungsreich, unterhaltsam und mit viel Elan. Dadurch bedienten sie nicht nur ausgewiesene Kenner der historischen (oft vergessenen) Musik, sondern gewannen auch heutige Hörer dazu, indem sie dieser Musik einen lebendigen Geist einhauchten.

Beim anschließenden Sektemfpang stellte sich heraus, dass einige Besucher weite Anreisen auf sich genommen hatten, weil sie den Kern des Ensembles schon in Stuttgart und anderen Orten erlebt hatten und kein Konzert versäumen wollten. Einig war man sich im Besucherkreis, dass sich die Hohenloher Region um weitere Konzerte dieser Musiker bemühen sollte.

Evang. Kirchengemeinde

 

 

500 Jahre Reformation und 200 Jahre Evangelische Kirchengemeinde Bad Mergentheim

Sonderausstellung im Deutschordensmuseum in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Mergentheim.

Der Deutsche Orden ist nicht nur durch die Sendschrift Luthers "An die Herrn Deutschs Ordens das sie falsche keuscheyt meyden und  zur rechten ehelichen keuscheyt greyffen Ermanung", von der Reformation betroffen, sondern viel grundlegender: der Deutschordensstaat Preußen ist der erste Staat überhaupt, der wegen der Reformation säkularisiert wurde. Ohne diese Entwicklung wäre Mergentheim nicht Hauptsitz des Hochmeisters geworden.

Schließlich etablierte sich im Deutschen Orden eine in der neuzeitlichen Reichsgeschichte einzigartige Trikonfessionalität: Katholiken, Lutheraner und Reformierte gehörten bis zum Ende des Reiches gleichberechtigt dem Orden an.

Nach 1809 - Mergentheim war bescheidenes Garnisonsstädtchen im Königreich Württemberg geworden, den Deutschen Orden gab es nicht mehr hier vor Ort - setzte der Zuzug auch von nichtkatholischen Personen nach Mergentheim ein. Der Bitte um Überlassung der Schlosskirche für die Evangelische Gemeinde wurde von Seiten der württembergischen Regierung per Erlass vom 20. Mai 1817 entsprochen. Seit dem 31. August 1817 durften Evangelische Gottesdienste in der Schlosskirche gehalten werden.

Unter dem Titel "Reformations-Störer" werden in einer Sonderausstellung in der Schlosskirche und den Räumen des Deutschordensmuseums Auswirkungen und Entwicklungen der Reformation auf den Deutschen Orden sowie die Evangelische Gemeinde hier vor Ort dargestellt. Eigens dafür gestaltete Ausstellungstafeln - sogenannte "Reformationsstörer" - weisen dem Besucher den Weg.

Ausstellungseröffnung am 01. Juni 2017 um 19.30 Uhr, Ausstellungsdauer vom 02. Juni bis 30. November. Anmeldung unter gudrun.mueller@deutschordensmuseum.de

 DOM

 >>>Flyer Reformations-Störer>>>

Familien-Musical "Auf den Spuren Martin Luthers"